3. Einwanderungsland Deutschland - Historische Entwicklung

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4. Diese historische Sichtweise...

... von „höherwertigen“ Menschengruppen war der Nährboden für den sogenannten „Rassenwahn“ der Nationalsozialist*innen. Die Verbrechen der NS-Zeit sind so unmenschlich, dass sie bis heute schwer zu begreifen sind. Die Vernichtung von Jüdinnen und Juden sowie anderen Opfergruppen (z.B. Sinti*ze und Rom*nja, Homosexuelle, Slaw*innen, Menschen mit Behinderung, politische Gegner*innen) in diesem Ausmaß stellt einen Bruch in der Zivilisation dar. Damit umzugehen ist bis heute und in Zukunft Aufgabe der deutschen Gesellschaft.

Deutliche Spuren dieser Epochen finden sich bis heute in unserem Leben. Geblieben ist z.B. manchen Menschen die Vorstellung, europäische Kulturen als das wahre Beispiel menschlicher Zivilisation anzusehen. Das Kinderspiel „Wer hat Angst vor‘m schwarzen Mann“ reproduziert bis heute die Sichtweise, dass die Schwarze Bevölkerung aus den damaligen afrikanischen Kolonialstaaten als bedrohlich und „gesellschaftsschädlich“ wahrgenommen wurde. Auch in der Sprache sind Spuren zu erkennen, wenn z.B. über rassistische Begriffe und Geschichten in Kinderliteratur diskutiert wird (z.B. Jim Knopf oder die Geschichte von Pippi Langstrumpfs Vater). Antisemitismus und Hass auf andere Minderheitengruppen sind weit verbreitet.