2. Meine kulturelle Prägung

Sie haben bereits erfahren, dass es verschiedene Weisen gibt, den Begriff der Kultur zu definieren. Allgemeiner Konsens ist, dass kulturelle Orientierungen keine unveränderlichen Merkmale sind, mit denen jeder Mensch geboren wird und die seine Handlungen bestimmen. Kultur ist also weniger etwas, das wir ein für alle Mal haben, sondern eher etwas, das wir mehr oder weniger bewusst täglich tun. Wir haben dabei aber auch eine Entscheidungsfreiheit und können die Entwicklung der Kultur beeinflussen. Kultur ändert sich dabei auch ganz unabhängig von uns, weil sich andere Menschen, Gruppen und Gesellschaften verändern.

Außerdem ist Kultur nicht etwas, das man einzelnen Ländern zuordnen könnte. Überall dort, wo Menschen über längere Zeit in Gruppen zusammen sind (Familie, Sportverein, Arbeitsteam, Schulklasse, Moscheegemeinde etc.) entwickeln sich kulturelle Regeln des Zusammenlebens.

Dieser Teil des Moduls widmet sich der Frage, ob und wie es gelingen kann, die eigene kulturelle Prägung und die einer anderen Person wahrzunehmen und Bereiche möglicher kultureller Verschiedenheiten zu reflektieren und zu berücksichtigen. In vielen verschiedenen Ansätzen beschäftigt sich die interkulturelle Forschung damit, Orientierung gebende Dimensionen zu entwickeln, um weitergehende Sicherheit zu erlangen im Umgang mit Verschiedenheit. Einige Ergebnisse dieser Forschung werden vorgestellt. Dabei muss bedacht werden, dass die entwickelten „Kulturdimensionen“ nicht dazu dienen sollen, allgemeine Zuschreibungen vorzunehmen, statt den Blick auf das individuelle Verhalten der Person zu lenken. Vielmehr sollen sie als Ideen dienen, die vielleicht nützlich sein könnten, um sich bestimmte Verhaltensweisen zu erklären.  

Öffnen Sie dafür bitte die Präsentation „Kulturdimensionen“.

Zuletzt geändert: Freitag, 12. Juni 2020, 10:16