4. Die Sinus-Milieus

In der sozialwissenschaftlichen Forschung gibt es verschiedene Ansätze, Gruppen von Menschen zu beschreiben oder zu kategorisieren. Die kulturelle Herkunft ist einer, wobei dieser die Gefahr birgt, dass alles Handeln auf eine vermeintlich einheitliche Kultur einer Gruppe zurückgeführt wird (Kulturalisierung).

Ein Ansatz, der andere und vor allem mehrere Faktoren für eine Einteilung heranzieht sind die Sinus-Milieus. In drei Jahrzehnten sozialwissenschaftlicher Forschung wurden diese entwickelt. Hierbei werden Menschen in Gruppen geordnet, die sich in ihrer Lebensweise und Lebensauffassung ähneln. Dabei werden Einstellungen zur Arbeit, zur Freizeit, zu Medien, zur Familie, zu Geld und Konsum sowie Wertorientierungen analysiert.

Wie man sieht, ergeben zehn „Kartoffeln“, eine für jedes Milieu, ein Modell der sozialen Schichtung und der Wertekultur unserer deutschen Gesellschaft. Je höher das entsprechende Milieu in dieser Grafik angesiedelt ist, desto gehobener sind Bildung, Einkommen und Berufsgruppe. Je weiter es sich nach rechts erstreckt, desto moderner ist die Grundorientierung des jeweiligen Milieus.

Die Grenzen zwischen den Milieus sind jedoch fließend. Lebenswelten können nicht so exakt eingegrenzt werden, da die Individualität einer Person immer auch eine entscheidende Rolle spielt. Dies ist auch wesentlicher Bestandteil des Milieu-Konzepts: Zwischen den verschiedenen Milieus gibt es Berührungspunkte und Übergänge. Ohne dies könnte man nicht von einem lebensechten Modell sprechen.

Im Dokument Kurzcharakteristik Sinus-Milieus finden Sie eine kleine Zusammenfassung aller Milieus. Fällt es Ihnen leicht, sich einem Milieu zuzuordnen? Welches Milieu kommt Ihrer Lebenswelt am nächsten?

 

Quellen:

https://www.sinus-institut.de/veroeffentlichungen/downloads/

Zuletzt geändert: Freitag, 6. März 2020, 09:04