4. Einbürgerung in Deutschland

Wir machen einen kleinen Exkurs zur Einbürgerung in Deutschland.

Hätten Sie es gewusst? Wer dauerhaft in Deutschland lebt, aber noch keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen einbürgern lassen. Das geschieht oft automatisch durch das Angebot vom Staat oder den sogenannten Ausländerbehörden, man kann die Einbürgerung aber auch beantragen.

Die Voraussetzungen sind:

  • unbefristetes Aufenthaltsrecht zum Zeitpunkt der Einbürgerung
  • bestandener Einbürgerungstest (Kenntnisse über die Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie die Lebensverhältnisse in Deutschland)
  • seit acht Jahren gewöhnlicher und rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland (diese Frist kann nach erfolgreichem Besuch eines Integrationskurses auf sieben Jahre verkürzt werden, bei besonderen Integrationsleistungen sogar auf sechs Jahre)
  • eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts (auch für unterhaltsberechtigte Familienangehörige) ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II
  • ausreichende Deutschkenntnisse
  • keine Verurteilung wegen einer Straftat
  • Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland
  • grundsätzlich der Verlust beziehungsweise die Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit (hier gibt es Ausnahmen je nach Herkunftsland, bitte sprechen Sie mit der Einbürgerungsbehörde).

Kosten: Die Einbürgerung kostet 255 Euro pro Person. Für minderjährige Kinder, die mit ihren Eltern zusammen eingebürgert werden, sind 51 Euro zu bezahlen.

Durch die erfolgreiche Teilnahme am Einbürgerungstest können Menschen Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland nachweisen, die sie benötigen, um sich in Deutschland einbürgern zu lassen.

Es gibt Menschen, die vom Einbürgerungstest befreit sind. Hierzu sagt das Innenministerium:
"Sie müssen keinen Test ablegen, wenn sie noch keine 16 Jahre alt sind oder die Anforderungen wegen Krankheit, Behinderung oder altersbedingt nicht erfüllen können. Ebenfalls vom Einbürgerungstest befreit ist, wer über einen deutschen Schulabschluss verfügt oder den erfolgreichen Abschluss eines Studiums an einer deutschen Hochschule in den Bereichen Rechts-, Gesellschafts-, Sozialwissenschaften, Politik- oder Verwaltungswissenschaften nachweisen kann."1

Bei der Prüfung bekommen die Prüflinge ein Testheft mit 33 Fragen. Sie haben 60 Minuten Zeit, die Fragen zu beantworten. Mit mindestens 17 richtig beantworteten Fragen hat man den Test bestanden.

Die Fragen gehören zu den Themenbereichen "Leben in der Demokratie", "Geschichte und Verantwortung" sowie "Mensch und Gesellschaft". Drei Testfragen werden zu dem Bundesland gestellt, in dem der Erstwohnsitz gemeldet ist.

Der Test kann wiederholt werden. Die Teilnahme kostet 25 Euro.

Klicken Sie hier und machen Sie den Online-Test  - können Sie alle Fragen beantworten?

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1: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/verfassung/staatsangehoerigkeit/einbuergerung/einbuergerung-node.html

Zuletzt geändert: Freitag, 22. Mai 2020, 07:38